Geschichtliche Entwicklung
Die Betriebsgründung erfolgte 1886 durch den Seilermeister Ludwig (I) Ehlers. Dieser wurde nach einem ausgedehnten Wanderleben in Bevensen seßhaft und fertigte kleine Hanfseile und Holzpantinen.
1917 wurden erste Teile der Produktion von der Heidestraße an den heutigen Standort in der Güterstraße verlegt.
1920 über nahm sein Sohn Ludwig (II) Ehlers, ebenfalls Seilermeister, den Betrieb und legte den Grundstein für die weitere Entwicklung. Es wurden zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt und die mechanische Seilherstellung eingeführt.
1939 wurden die Spinnerei und die Herstellung gedrehter Seile durch erste Flechtmaschinen erweitert.
Der Betrieb verfügte jetzt über eine komplett vollstufige Fertigung. Das gesamte Seil wurde von der Faseraufbereitung bis zum Endprodukt selbst produziert. Alle Garne wurden in der eigenen Sisal-/ Manila-Spinnerei und einer Hanfspinnerei hergestellt. Außerdem gab es eine Spinnerei für die Aufarbeitung von Kurzfaserndie z.B. aus der Wiederverwertung von Erntebindegarnen stammten.
Hinrich Ludwig (III) Ehlers übernahm 1972 das Unternehmen. Nach einer Lehre im Seilerhandwerk mit Gesellenprüfung und anschließender Textilausbildung an der Textilfachhochschule Reutlingen, sowie verschiedenen Praxiserfahrungen in anderen Betrieben trat er in den väterlichen Betrieb ein. Er weitete die Produktion aus, der erste Bauabschnitt der heutigen Flechterei wurde erstellt.
Ende der 70er Jahre wurden die letzten Spinnereimaschinen stillgelegt. Aufgrund der günstigen Importmöglichkeiten der fertigen Garne und der ständig zunehmenden Bedeutung der Chemiefaser war eine eigene Garnherstellung nicht mehr wirtschaftlich. Damit wuchs die Bedeutung der Flechterei, so daß sie weiter ausgebaut wurde.
1997 trat Frank Ludwig (IV) Ehlers nach seinem Textilstudium an der Fachhochschule Reutlingen in den Betrieb ein. 1999 gründet er die Ehlers Seilerwarenfabrik GmbH, die das produktive Geschäft übernahm. Die derzeitige Fertigung umfaßt die Herstellung von geflochtenen und gedrehten Seilen mit Durchmessern von 0,10 bis 30,0 mm. Es werden alle gängigen Natur- und Chemiefasern verarbeitet.
Der heutige Schwerpunkt der Produktion ist die Feinflechterei mit entsprechender Ausrüstung der Schnüre vorwiegend für industrielle Anwendungen.
2011 wird die Ehlers Seilerwarenfabrik GmbH Premium-Fertigungspartner für geflochtene Angelschnüre aus Dyneema® HMPE Fasern. Aufgrund der langjährigen Fertigung innovativer, hochwertiger Flechtschnüre und der engen Zusammenarbeit mit DSM Dyneema wurde diese Auszeichnung verliehen.
Nur für Kunden dieser Premium-Produkte besteht die Möglichkeit, zukünftig eine Lizenz zur Nutzung der Wortmarke Dyneema® in Verbindung mit ihrer Marke über die Ehlers Seilerwarenfabrik GmbH zu erhalten.
Produktionsübersicht
Feingeflechte
Auf speziellen Maschinen fertigen wir feine Flechtschnüre von 0,1 bis 1 mm.
Dabei sind höchste Anforderungen an das Material und die Fehlerquote umsetzbar.
Unser Maschinenpark erlaubt auch die Verarbeitung kritischer Materialien.
Eine besondere Spezialität sind Feingeflechte aus empfindlichen Polyester (PES), Polyamid (PA) und Dyneema® (HMPE) Fasern bzw. Filamentgarnen.
Industrietauwerk
Flechtschnüre und -leinen
Eine große Vielfalt an geflochtenen Leinen, nach den gängigen Normen und weit darüber hinaus, werden mit den unterschiedlichen Flechtverfahren hergestellt.
Ab 1 mm ...
... bis 30 mm und stärker
Aus allen handelsüblichen Fasern, von der Naturfaser bis zu modernen High- Tech Fasern.
Quadratgeflechte, Spiralgeflechte, Kern-Mantelgeflechte, Expanderseile, Gummikordeln
3-, 4-, 6-, 8-, 9-, 12, 16-, 24, 32-, 40- und 48-
fache Geflechte
Gedrehtes Tauwerk und technische Zwirne
In unserer Seilerei fertigen wir gedrehte Seile
3- und 4-schäftig nach dem klassischen zweistufigen Verfahren auf Litzen und Seilschlagmaschinen oder in einer Stufe mit kombinierter und damit rationeller Litzen- und Seilherstellung.
Durch den zweistufigen Prozeß können bereits sehr dünne Seile ab 2,5 mm z.B. aus Baumwolle für besondere technische Anwendungen gefertigt werden.
Auf modernen Ringzwirnmaschinen oder robusten Flügelzwirnmaschinen werden technische Zwirne aus allen gängigen Fasern und High-Tech Garnen wie Aramide und HMPE verarbeitet. Diese Zwirne bilden überwiegend die Vorprodukte für die weitere Verarbeitung in der eigenen Flechterei oder Seilerei.